Hirschhornsalz und Pottasche in der Weihnachtsbäckerei

November 19, 2010 in Allgemeines, Kuchen & Torten

© matka_Wariatka - Fotolia.com

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Wer liebt es nicht, wenn der wohlige Duft selbstgebackener Lebkuchen zu Hause durch alle Räume wabert? Doch bis es dazu kommen kann, muss einiger Aufwand betrieben werden. Damit Lebkuchen schmecken und die richtige Konsistenz haben, benötigt man nicht nur die richtigen Gewürze, sondern auch die passenden Backtriebmittel – und das ist für dieses ganz besondere Gebäck weder Hefe noch herkömmliches Backpulver.

 

Die meisten Rezepte für Weihnachtsbäckerei schreiben die Verwendung von Pottasche und Hirschhornsalz vor. Die seltsam klingenden Namen der beiden Stoffe deuten darauf hin, woraus sie in der Vergangenheit gewonnen wurden. Pottasche (chemisch: Kaliumcarbonat) entstand früher, indem man in Töpfen (“Pötten”) Holzasche auslaugte, um sie anschließend einzudampfen. Hirschhornsalz (chemisch: Ammoniumhydrogencarbonat) wurde tatsächlich aus dem Geweih von Hirschen gewonnen. Heute werden beide Stoffe in chemischen Prozessen gewonnen.

Beide Backtriebmittel eignen sich besonders gut für Kleingebäck. Bei Hirschhornsalz ist darüber hinaus zu beachten, dass es für größere Backwaren wie Kuchen nicht nur ungeeignet ist, sondern sogar gesundheitliche Beschwerden hervorrufen kann. Durch das Erhitzen von Hirschhornsalz entstehen Gase, unter anderem das giftige, stechend riechende Ammoniak. In Plätzchen und Lebkuchen kann es gut verfliegen und zurück bleibt ein optimal gelockertes, lange haltbares Backwerk. In Kuchen könnten aber Rückstände von Ammoniak verbleiben. Das Pulver sollte daher den Keksen und Lebkuchen vorbehalten bleiben.

Auch Pottasche bildet durch trockene Hitze Gas, nämlich Kohlendioxid. Während dieses nach außen drängt, entsteht im Backvorgang zugleich Kalilauge, die die natürliche Klebkraft des Weizenmehls beeinträchtigt, so dass der Teig relativ ungehindert auseinanderlaufen kann. Das Resultat sind breite, flache Poren. Die Kombination mit Hirschhornsalz, das das Gebäck wiederum in die Höhe treibt, ist daher ideal: So werden die Lebkuchen rundum schön locker.

Tipp für die Praxis:
Beide Triebmittel niemals gleichzeitig, sondern immer nacheinander in den Teig einarbeiten. Andernfalls könnte sich die Wirkung gegenseitig beeinträchtigen. Auch kann der Teig vor dem Backen einige Zeit stehen. Bei vielen Lebkuchenteigen spricht man von “Lagerteigen”, denn Pottasche und Hirschhornsalz entwickeln durch längere Lagerung verstärkt Milch- und Essigsäure, die das Auftreiben des Teiges bewirken.

Text: aid

Erfolgreicher Einwanderer Kardamom

November 1, 2010 in Allgemeines, Backen rund um den Globus, Kuchen & Torten

Typisches Weihnachtsgewürz aus Indien

© Andrzej Bardyszewski

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Wer an einem Leb- oder Pfefferkuchen schnuppert, wird einen kampferartigen Geruch erkennen, der auch den Liebhabern indischer Gewürztees vertraut sein dürfte: Kardamom. Eigentlich sieht die nicht ganz fingernagelgroße Kapselfrucht völligunscheinbar aus. Hinter einer faserigen, spröden Schale verbergen sich kleine Samen von etwa zwei Millimetern, voll von exotisch-kräftigem Aroma. Kardamomkapseln wachsen an buschigen Pflanzen von etwa zwei Metern Höhe. Sie werden noch in unreifem Zustand geerntet, anschließend getrocknet und können ganz verwendet werden. Üblich sind bei uns jedoch Handel und Verwendung von gemahlenem Kardamom.

Unterschieden wird zwischen grünem und schwarzem Kardamom. Sie stammen von verschiedenen Pflanzen. die beide den Ingwer- Gewächsen gehören. Geschmacklich liegen sie weit auseinander. Während grüner Kardamom mit einer scharfen Süße an Menthol, Kampfer oder Eukalyptus erinnert, ist schwarzer Kardamom durch eine erdige Note von Rauch und aromatischem Pfeifentabak geprägt. In Mitteleuropa kennt man Kardamom etwa seit 800 Jahren. Beide Varianten sind in der indischen Küche und Medizin beheimatet, wo sie schon vor 2000 Jahren wegen ihrer Würze und ihrer positiven Effekte auf die Gesundheit geschätzt wurden. Kardamom begünstigt die Verdauung, löst Krämpfe und wirkt Mundgeruch entgegen.

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