Sankt Martin, Sankt Martin…

November 6, 2012 in Allgemeines, Saisonales, Variationen

Martins- oder Zuckerbrezel

Martinsbrezel

…Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Roß, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt’ ihn warm und gut.

Am Sonntag, dem 11. November, ist Martinstag, der Gedenktag des heiligen Martin von Tours.

In vielen Gegenden finden, meist am Vorabend, stimmungsvolle Martinsumzüge statt. Die Kinder ziehen mit selbst gebastelten Laternen, Martinslieder singend, durch die Straßen. Allen voran reitet ein Mann (manchmal ist es auch eine Reiterin), in einen roten Mantel gehüllt, der den heiligen Martin darstellt. Mancherorts werden große Martinsfeuer angezündet, deren Funken hoch in die Luft stieben. Zum Abschluss bekommen die Kinder eine Leckerei, im Saarland sind es Martinsbrezeln, auch Zuckerbrezeln genannt, die aus süßem Hefeteig hergestellt werden.

Süße Martinsbrezeln (ergibt 4 bis 5 Stück)

● 1 Juchem-Backmischung für Hefeteig
● 225 ml lauwarme Milch oder Wasser (alternativ: 125 ml lauwarme Milch, 1 Ei, 50 g weiche Butter)
● flüssige Butter zum Bestreichen
● Zucker (und evtl. Vanillezucker)

Backmischung und Trockenhefe in eine Rührschüssel geben, 225 ml lauwarme Milch oder Wasser (alternativ: 125 ml lauwarme Milch, 1 Ei, 50 g weiche Butter) hinzufügen. Mit einem elektrischen Handrührgerät (Knethaken) auf höchster Stufe in etwa 5 Minuten einen glatten Teig herstellen. Den Teig abgedeckt ca. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

Den Teig aus der Schüssel nehmen, auf leicht bemehlter Arbeitsfläche kurz durchkneten und in gleich große Teile schneiden. Die Teigstücke etwa 45 cm lang ausrollen und zu Brezeln legen. Die Brezeln auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und etwa 20 Minuten ruhen lassen. Bei ca. 200 – 210 °C in etwa 10 – 15 Minuten goldgelb backen.

Die Martinsbrezeln abkühlen lassen, mit flüssiger Butter bestreichen und danach in Zucker tauchen (den Zucker nach Belieben mit etwas Vanillezucker vermischen).

Wie sehen denn dort, wo ihr zu Hause seid, die Bräuche zum Martinstag aus?

Eine Videoanleitung zum Formen einer Brezel findet ihr z. B. hier: Wie schlinge ich eine Brezel?

 

 

Mämmi, eine finnische Fastenspeise

April 4, 2012 in Allgemeines, Backen rund um den Globus

Foto: Karen Liller

Foto: Karen Liller

Die Wege, wie wir zu Kuchen und Süßspeisen für unsere Kategorie „Internationales” kommen, sind vielfältig. In diesem Fall bin ich bei Instagramm, einer App, mit der man Fotos auf Smartphones teilen kann, per Zufall auf eine ausgefallene Süßspeise gestoßen: Mämmi, eine finnische Spezialität.

Gepostet hat das Foto Karen Liller alias @karens_bakery, die mir freundlicherweise die Erlaubnis gegeben hat, es hier im Blog zu verwenden, da wir leider nicht mehr dazu kommen werden, es noch pünktlich vor Ostern zuzubereiten. Denn, die Zubereitung braucht viel Zeit und gegessen wird es traditionell an Karfreitag, dem höchsten Fastentag des Jahres. In früheren Jahren, als die Fastentradition noch streng ausgelegt wurde, durfte an diesem Tag nichts Warmes zubereitet werden. Daher wird Mämmi, eine Art Malzpudding, schon am Vortag gekocht und an Karfreitag kalt gegessen.

Vom Aussehen her ist Mämmi eher gewöhnungsbedürftig, es ist klebrig und auch der Geschmack ist wohl nicht so ganz jedermanns Sache, aber es ist DAS traditionelle Gericht der Finnen zu Karfreitag. Vielleicht habt ihr ja Lust und probiert es aus. Ein Rezept dafür findet ihr bei Chefkoch.de.

In Reutlingen ist Mutscheltag…

Januar 12, 2012 in Allgemeines

© Dors

© Dors

Heute, am ersten Donnerstag nach dem Dreikönigstag, findet in Reutlingen und Umgebung traditionell der Mutscheltag statt.

Ich finde den Namen schon so schön – sprecht das mal aus: Mutschel ;-) )

Die Mutschel ist ein sogenanntes Gebildbrot, ein sternförmiges Gebäck aus einem mürben Hefeteig mit acht Zacken.

Eine Mutschel bekommt man jedoch nicht einfach so, man muss darum würfeln, das nennt man auch “Mutscheln”… Na gut, kaufen kann man sie sich natürlich in einer der vielen Bäckereien auch selbst, aber das macht ganz bestimmt nicht so viel Spaß…

Wenn ihr mehr zu dieser Tradition wissen möchtet, lest unseren Blog-Beitrag vom vergangenen Jahr, den Artikel bei Wikipedia oder die Beschreibung einer Mutschelrunde auf der Seite von Werner Früh.

Und  hier ein Link zum Backen von Mutscheln: Felidae hat ein Rezept, das von ihrer Uroma stammt, bei chefkoch.de eingestellt, mit ausführlich bebilderter Backanleitung.

Also, ihr Reutlinger: Viel Spaß beim Mutscheln!

Lucia-Brot – Lussekatter

Dezember 13, 2011 in Allgemeines, Backen rund um den Globus

Vor allem in Schweden, aber auch in Dänemark, Finnland und Norwegen wird heute das Lucia-Fest gefeiert. Das Fest der Lichterkönigin findet immer am 13. Dezember statt, dem Gedenktag der Heiligen Lucia und bis zur Gregorianischen Kalenderreform der kürzeste Tag des Jahres.  

Zu dem Brauch gehört, dass ein in ein langes weißes Gewand mit einem rotem Gürtel gekleidetes Mädchen mit einer Lichterkrone aus Kerzen auf dem Kopf eine Prozession ähnlich gekleideter Mädchen anführt. Lucialieder singend ziehen sie durch die Straßen.
 
Traditionell wird zu diesem Fest Lucia-Brot oder Lussekatter, ein Hefegebäck mit Safran, gebacken. Ein Rezept für Lussekatter haben wir bei elchburger.de gefunden. 

Dazu wird Kaffee oder Glögg, eine Art Glühwein, getrunken.

Wie der Apfel in die Stiefel kam

Dezember 5, 2011 in Allgemeines

nikolaus_stiefel

Nikolausäpfel haben eine lange Tradition

Wenn am Abend des 5. Dezember der Nikolaus die Stiefel der Kinder füllt, legt er traditionell auch einen Apfel hinein. Doch woher kommt dieser Brauch?

Einer Legende nach war der heilige Nikolaus der Bischof von Myra in der heutigen Türkei. Als reicher Mann soll er sein Geld – zumeist anonym – an Notleidende verteilt haben. Als er von einem armen Mann erfuhr, dass dieser eine seiner drei Töchter an reiche Herren verkaufen wollte, griff er ein. Der Bischof legte ihnen heimlich einen goldenen mit Edelsteinen versehenen Apfel in die Stube. Mit dieser wertvollen Aussteuer konnten die Schulden des Bauern bezahlt werden und die Töchter ehrenhaft heiraten.
Auch wenn die Äpfel heutzutage nicht aus Gold sind, haben sie für die Kinder einen großen Wert. Denn sie liefern ihnen bei all den Süßigkeiten im Advent lebenswichtige Vitamine und mehr als 30 Mineralstoffe. So helfen sie den Kleinen dabei, die Vorweihnachtszeit fit und ohne Erkältung zu erleben. Außerdem wirken die im Apfel enthaltenen Fruchtsäuren wie eine natürliche Zahnbürste. Und wer zuerst den Apfel isst, hat danach weniger Hunger auf Süßigkeiten. Denn die Ballaststoffe verbreiten ein wohliges Sättigungsgefühl.

Rot muss er sein
Doch welcher Apfel ist der „echte“ Nikolausapfel? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. In einem sind sich aber alle einig: Rot sollte er sein. Ein idealer Nikolausapfel ist damit beispielsweise der saftige, feinfruchtige Gloster mit seiner dunkel- bis purpurroten Schale. Aber auch Red Prince® und Red Delicious bieten sich mit ihrer leuchtenden roten Deckfarbe sehr gut an. Dank ihrer geringen Säure vertragen sie auch Menschen mit empfindlichem Magen sehr gut.
Ab Dezember ist die Vielfalt heimischer Apfelsorten sehr groß, denn dann gibt es nicht nur die pflückreifen Äpfel zu kaufen. Auch die Sorten, die noch etwas gelagert werden, damit sich ihr voller Geschmack entfaltet, sind nun im Supermarkt zu finden. Deshalb sollte beim Einkauf darauf geachtet werden, Äpfel aus heimischer Produktion zu kaufen. Sie sind nicht nur dank kurzer Transportwege knackfrisch, sondern stammen auch fast ausnahmslos aus nachhaltiger “Kontrollierter Integrierter Produktion”.

Quelle: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse
www.deutsches-obst-und-gemuese.de

“Brot backen wie in der Antike”

Februar 2, 2010 in Brot & Brötchen

Römerbrote

Römerbrote

In der römischen Villa Borg werden die Öfen der antiken Küche am Donnerstag, dem 4. Februar 2010, befeuert, um zu demonstrieren, wie die Römer ihr delikates Brot zubereitet haben. Von 11 bis 15 Uhr können die Besucher dem Sklaven beim Brotbacken über die Schulter schauen oder sogar beim Getreidemahlen an der römischen Mühle selbst Hand anlegen.

Brot war die traditionelle Beilage zu allen römischen Gerichten. Besonders stilecht und köstlich wird es aber mit selbst gebackenem Brot nach Art der Römer. Der römische Back- und Kochsklave feuert die Öfen an, erläutert die Verwendung der verschiedenen Getreidesorten und deren Anbau, zeigt die Arbeitsschritte vom Ansetzen bis hin zum Formen und Einschieben des Teiges und gibt so allerlei Tipps, z. B. um das Brot mit Gewürzen, Kräutern und Honig zu verfeinern.

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