Rückblick: Die deutschen Mühlen auf der IGW 2012

Februar 13, 2012 in Allgemeines, Brot & Brötchen, Pizza & Herzhaftes

Ohne Mehl ist nichts gebacken:

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©VDM

Mit mehr als 420.000 Besuchern – d.h. täglich 42.000 (!)war die Internationale Grüne Woche auch in diesem Jahr wieder ein Riesenerfolg. Die Ausstellung in den Berliner Messehallen unter dem Funkturm ist Verbrauchermesse, internationales Agrarforum und zugleich großes Klassenzimmer: So wurden rund 100.000 Fachbesucher registriert, und 22.000 Schüler aus Berlin, Brandenburg und anderen Bundesländern haben ihren Unterricht für einen Tag auf die Grüne Woche verlegt.
Die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau findet jedes Jahr Ende Januar in Berlin statt. Mit dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) und dem Berliner Agrarministergipfel sowie einer Vielzahl von Veranstaltungen ist die Internationale Grüne Woche zugleich „das” Treffen des internationalen Agribusiness, quasi als „Davos der Agrarpolitik”.

Aha-Erlebnis „Mehlvielfalt”

Der Verband Deutscher Mühlen hat sich 2012 im zweiten Jahr in Folge mit einem eigenen Stand auf dem „ErlebnisBauernhof” engagiert. Diese Sonderschau wird von der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) organisiert und bietet eine Plattform für Unternehmen, Organisationen und Verbände aus der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft. Wie die FNL berichtet, sind in diesem Jahr rund 300.000 Besucher auf den ErlebnisBauernhof gekommen.

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Bild: ©pressebild24.de

„Ohne Mehl ist nichts gebacken” lautete das Motto, unter dem am VDM-Stand Informationen zu Vielfalt, Typen und regionaler Herkunft der Mehle sowie zur Branche und zur Ausbildung in der Müllerei präsentiert wurden – mit einer zentralen Botschaft: Es gibt nicht nur „das eine” Mehl, sondern eine große Vielfalt von Mahlerzeugnissen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. Die verschiedenen Qualitäten, Marken und Typen wurden eindrucksvoll im großen Mehlregal des VDM gezeigt – gefüllt mit 136 Kleinpackungen von Mehlen und Schroten sowie vielen weiteren Mahlerzeugnissen und Spezialprodukten aus allen deutschen Regionen.

Für diese große und bunte Präsentation in Sachen Mehlvielfalt hatten die VDM-Mitgliedsunternehmen gesorgt, die dafür eine breite Palette von Warenmustern zur Verfügung stellten.

So war das Mehlregal ein echter „Blickfang” für die Besucher des ErlebnisBauernhofs und Anknüpfungspunkt für Fragen und Gespräche rund ums Mehl. Praktisch jeder Besucher konnte ein Produkt aus „seiner” Region, von „seiner” Mühle oder von „seiner” Lieblingsmarke finden. Der Inhalt der ausgestellten Kleinpackungen repräsentierte mit 136 Kilogramm exakt den Jahresverbrauch an Mahlerzeugnissen eines durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalts in Deutschland: Ein echtes „Aha-Erlebnis” für die großen und kleinen Besucher des Messestands.

Plattform für fachlichen Gedankenaustausch

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Bild: CDU-Bundesgeschäftsstelle

Ein „Hingucker” war das Regal der deutschen Mehlvielfalt aber nicht nur für Verbraucher und Schüler. Die Grüne Woche und insbesondere der ErlebnisBauernhof sind traditionell gleichermaßen ein Magnet für Politiker, die sich in Bund und Ländern mit Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz beschäftigen. Das Mehlregal konnte auch diesem Fachpublikum eindrucksvoll die Vielfalt und Bedeutung von Mahlerzeugnissen vor Augen führen.
Gleich zum Auftakt am Freitagmorgen war der Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Führung seines Vorsitzenden Hans-Michael Goldmann zu Gast auf dem Mühlenstand. Auch wenn meist die Zeit knapp war im eng getakteten Fahrplan der prominenten Messebesucher, so lassen sich jedoch einige wichtige Themen benennen, die angesprochen wurden und teilweise in längeren Einzelgesprächen noch vertieft werden konnten: Vielfalt und Regionalität, Qualität und Wertschöpfung oder Gentechnik und Nulltoleranz.

Im Laufe der zehn Messetage hat eine Vielzahl von Vertretern aus Politik, Verwaltung und anderen Institutionen am Mühlenstand Station gemacht: Abgeordnete aus Bundestag und Länderparlamenten, Bundes- und Landesminister sowie weitere wichtige Entscheidungsträger. Diesen konnte beim Besuch am „Regal der Mehlvielfalt” wirkungsvoll und anschaulich gezeigt werden, dass die Mühlenwirtschaft mit ihren Produkten unverzichtbar ist. Zudem machten die VDM-Mitarbeiter in den Gesprächen am Stand auf dem ErlebnisBauernhof deutlich, dass die Mühlenbranche bei den Themen Qualität und Sicherheit eng mit den Partnern in der Lebensmittelkette zusammenarbeitet, die ebenfalls auf dem ErlebnisBauernhof präsent waren, wie z.B. in direkter Nachbarschaft der Landfrauenverband, das Bäckerhandwerk oder McDonald’s.

Beispielhaft seien hier einige aus der langen Liste der „politischen Besucher” namentlich genannt: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, die rheinland-pfälzische Agrarministerin Ulrike Höfken und ihre hessische Ministerkollegin Lucia Puttrich. Von Bündnis 90/Die Grünen kamen die Parlamentarische Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke und Harald Ebner (MdB und Mitglied des Ernährungsausschusses) zu Gesprächen an den VDM-Stand.

Ernst Burgbacher, Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung und Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWiT, und sein BMELV-Amtskollege Gerd Müller informierten sich ebenso in Sachen Müllerei wie die FDP-Bundestagsabgeordneten mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle und der agrarpolitischen Sprecherin Christel Happach-Kasan an der Spitze.

Auch internationale Perspektiven waren Gesprächsthemen am Stand, wie z. B. beim Besuch von Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, im Dialog mit Albert Deß (MdEP), Agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, oder beim Gedankenaustausch mit dem am weitesten angereisten Standbesucher, dem afghanische Landwirtschaftminister Muhammad Asif Rahimi, der überraschend positiv auf die weitere Entwicklung in seinem Land geblickt hat.

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Mühlen sichern Qualität in schwieriger Lage

August 16, 2011 in Allgemeines

Getreideernte 2011: Deutliche Mengeneinbußen, schwankende Qualitäten und weiter hohe Preise

Quelle: "obs/VDM Verband Deutscher Mühlen"

Quelle: “obs/VDM Verband Deutscher Mühlen”

Berlin (ots) – Aus der diesjährigen Ernte wird den deutschen Mühlen nochmals weniger Brotgetreide zur Verfügung stehen. Die Qualitäten streuen stark, so dass die Mühlen großen Aufwand betreiben müssen, um geeignete Partien herauszufiltern. Die Getreidepreise bleiben hoch – auch angesichts zunehmender Flächenkonkurrenz durch Energiepflanzen. Diese Prognosen gab der Verband Deutscher Mühlen e. V. (VDM) auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin. Ein scharfer Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel und im Backgewerbe erschwert auskömmliche Preise für Mahlerzeugnisse. “Mehl ist viel mehr wert, als es derzeit kostet”, sagte der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling.

Nach einem langen Winter, einem zu trockenen Frühjahr und sehr wechselhaftem Wetter in der Ernte erwartet der VDM einen Rückgang der Getreideernte um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 41 Mio. Tonnen (2010: 44,0 Mio.). Davon werden voraussichtlich auf Weizen 22,5 Mio. Tonnen (23,8 Mio.) und auf Roggen höchstens 2,5 Mio. Tonnen (2,9 Mio.) entfallen. Die Mühlen sind konfrontiert mit starken regionalen Qualitätsschwankungen, enttäuschenden Proteingehalten und sinkenden Fallzahlen. Sie werden dennoch alles daran setzen, wie gewohnt Mehle und Schrote mit besten Backeigenschaften zu liefern, sagte Erling. Nach Preishöchstständen im Wirtschaftsjahr 2010/11 erwartet der Mühlenverband eine Seitwärtsbewegung der Getreidepreise auf hohem Niveau. Allerdings finden sich die hohen Rohstoffkosten nur unzureichend in den Mehlpreisen wieder (siehe Grafik).

Im Wirtschaftsjahr 2010/11 haben die 580 Mühlen in Deutschland 7,98 Mio. Tonnen Getreide vermahlen, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (7,90 Mio. Tonnen). Daraus haben sie 6,44 Mio. Tonnen Mahlerzeugnisse hergestellt, 5,68 Mio. Tonnen Weizen- und 758.000 Tonnen Roggenmehl. Mit 562.000 Tonnen wurden zehn Prozent der Weizenmehle im Ausland abgesetzt, ein Beweis für die Wertschätzung deutscher Mahlerzeugnisse.

Rund 6.000 Beschäftigte erwirtschaften in den Mühlen einen Jahresumsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro. Die Mühlen erweisen sich als verantwortungsvolle Arbeitgeber: “Wir haben in der Krise keine Arbeitsplätze abgebaut”, bilanzierte Erling. Handwerkliche und industrielle Mühlenbetriebe engagieren sich mit einer vorbildlichen Ausbildungsquote von fast 10 Prozent.

Kontakt:
Verband Deutscher Mühlen e. V.
Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer
Telefon: 0228/97610-0
E-Mail: vdm@muehlen.org

Pressebüro
MediaCompany – Agentur für Kommunktation
Helmut Spörl
Telefon: 0228/90966-0
h.spoerl@mediacompany.com