Bio-Weizenmehle besser als angenommen

September 28, 2011 in Allgemeines

Zusammenhang zwischen Backvolumen und Rohproteingehalt gering

189_250_1298969135_biomehlverpackung1(aid) – Mehle aus Bio-Weizen besitzen eine deutlich höhere Backqualität als Experten bisher angenommen haben. Das ergab eine Studie, die der Forschungsring e.V. für biologisch dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt hat. Mithilfe eines optimierten Backtests ermittelten die Forscher für Biomehle ein 20 bis 30 Prozent höheres Backvolumen im Vergleich zu den Ergebnissen, die der Rapid-Mix-Test (RMT) liefert. Der RMT ist ein Backtest, der seit längerem als Standardverfahren für die Qualitätsbestimmung von Mehl genutzt wird. Die untersuchten Biomehle stammten von gängigen Bio-Backweizensorten unterschiedlicher Standorte. Auf Basis der Resultate des RMT ging man bisher davon aus, dass vor allem die Höhe der Rohprotein- und Klebergehalte im Weizen darüber entscheidet, wie gut ein Mehl zum Backen geeignet ist. Wegen ihres im Durchschnitt geringeren Proteingehaltes galten Biomehle deshalb als weniger backtauglich. Die Studie zeigte aber, dass der Zusammenhang zwischen dem Rohproteingehalt im Korn und dem späteren Backvolumen wesentlich geringer ist als vermutet. Viel wichtiger für das Backergebnis ist dagegen die Kleberqualität, das heißt die Zusammensetzung der enthaltenen Proteine. Diese wird mit dem neu entwickelten Backtest viel stärker berücksichtigt. Die Forscher stellen aufgrund ihrer Ergebnisse auch die gängige Praxis einer späten Stickstoffgabe zu Weizen in Frage, wie sie im konventionellen Anbau üblich ist. Sie dient ausschließlich zur Erhöhung der Rohproteingehalte im Korn, hat aber keinen Einfluss auf das Backvolumen bei der Verarbeitung.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de

Mühlen sichern Qualität in schwieriger Lage

August 16, 2011 in Allgemeines

Getreideernte 2011: Deutliche Mengeneinbußen, schwankende Qualitäten und weiter hohe Preise

Quelle: "obs/VDM Verband Deutscher Mühlen"

Quelle: “obs/VDM Verband Deutscher Mühlen”

Berlin (ots) – Aus der diesjährigen Ernte wird den deutschen Mühlen nochmals weniger Brotgetreide zur Verfügung stehen. Die Qualitäten streuen stark, so dass die Mühlen großen Aufwand betreiben müssen, um geeignete Partien herauszufiltern. Die Getreidepreise bleiben hoch – auch angesichts zunehmender Flächenkonkurrenz durch Energiepflanzen. Diese Prognosen gab der Verband Deutscher Mühlen e. V. (VDM) auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin. Ein scharfer Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel und im Backgewerbe erschwert auskömmliche Preise für Mahlerzeugnisse. “Mehl ist viel mehr wert, als es derzeit kostet”, sagte der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling.

Nach einem langen Winter, einem zu trockenen Frühjahr und sehr wechselhaftem Wetter in der Ernte erwartet der VDM einen Rückgang der Getreideernte um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 41 Mio. Tonnen (2010: 44,0 Mio.). Davon werden voraussichtlich auf Weizen 22,5 Mio. Tonnen (23,8 Mio.) und auf Roggen höchstens 2,5 Mio. Tonnen (2,9 Mio.) entfallen. Die Mühlen sind konfrontiert mit starken regionalen Qualitätsschwankungen, enttäuschenden Proteingehalten und sinkenden Fallzahlen. Sie werden dennoch alles daran setzen, wie gewohnt Mehle und Schrote mit besten Backeigenschaften zu liefern, sagte Erling. Nach Preishöchstständen im Wirtschaftsjahr 2010/11 erwartet der Mühlenverband eine Seitwärtsbewegung der Getreidepreise auf hohem Niveau. Allerdings finden sich die hohen Rohstoffkosten nur unzureichend in den Mehlpreisen wieder (siehe Grafik).

Im Wirtschaftsjahr 2010/11 haben die 580 Mühlen in Deutschland 7,98 Mio. Tonnen Getreide vermahlen, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (7,90 Mio. Tonnen). Daraus haben sie 6,44 Mio. Tonnen Mahlerzeugnisse hergestellt, 5,68 Mio. Tonnen Weizen- und 758.000 Tonnen Roggenmehl. Mit 562.000 Tonnen wurden zehn Prozent der Weizenmehle im Ausland abgesetzt, ein Beweis für die Wertschätzung deutscher Mahlerzeugnisse.

Rund 6.000 Beschäftigte erwirtschaften in den Mühlen einen Jahresumsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro. Die Mühlen erweisen sich als verantwortungsvolle Arbeitgeber: “Wir haben in der Krise keine Arbeitsplätze abgebaut”, bilanzierte Erling. Handwerkliche und industrielle Mühlenbetriebe engagieren sich mit einer vorbildlichen Ausbildungsquote von fast 10 Prozent.

Kontakt:
Verband Deutscher Mühlen e. V.
Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer
Telefon: 0228/97610-0
E-Mail: vdm@muehlen.org

Pressebüro
MediaCompany – Agentur für Kommunktation
Helmut Spörl
Telefon: 0228/90966-0
h.spoerl@mediacompany.com

Kernige Körner

Januar 20, 2011 in Allgemeines, Backen rund um den Globus, Brot & Brötchen, Rohstoffe & Zutaten

Kleine Warenkunde Getreide: Weizen

 

Foto von Juchem

©Juchem

Das Weizenkorn mit seinen Vorläufern Einkorn und Emmer ist eines der ältesten Kulturgetreide der Menschheit. Es ist kaum von unserem Speiseplan wegzudenken. Ob Brot, feines Gebäck, Müsli oder Nudeln – Weizen zählt zu den beliebtesten Getreidearten und gilt in Mitteleuropa als Grundnahrungsmittel Nummer eins. Die Bundesbürger verzehren pro Kopf und Jahr etwa 88 Kilogramm Getreide. Die größte Menge davon entfällt auf Weizen, gefolgt von Roggen, Mais, Reis, Hafer und Gerste.

 

Durch seinen hohen Anteil an Klebereiweiß (Gluten) eignet sich Weizen besonders gut als Brotgetreide. Weizenmehl macht den Teig beim Backen elastisch und verleiht ihm ein stützendes Gerüst. Aber auch als ganzes Korn und zu Grütze und Grieß verarbeitet, ist Weizen eine beliebte Zutat.

Im türkischen und arabischen Raum schätzt man Bulgur, eine Hartweizengrießgrütze, die wie Reis gekocht wird. Aus der nordafrikanischen Küche kommt der Couscous, zerriebener Hartweizengrieß. Besonders attraktiv für die schnelle Küche ist Instant-Couscous. Man lässt ihn einfach 10 bis 15 Minuten in heißem Wasser quellen und kann ihn dann mit Zwiebeln, Gurken, Paprika und Tomaten, Schafskäse und Petersilie zu orientalischem Tabouleh-Couscous-Salat oder mit Hackfleisch und Gemüse der Saison zu herzhaft-kernigen Pfannengerichten weiterverarbeiten.

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