Kekskrümel und Kuchenduft im April: Brotzeit

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Kekskrümel und Kuchenduft im April: Brotzeit

„Unser tägliches Brot gib uns heute“

Wie oft habe ich diesen Satz in meinem Leben wohl schon gesagt, in den meisten Fällen eher achtlos dahin gemurmelt im kirchlichen Gruppenzwang des „Vater unser“, als Kind mühsam erlernt und ehrfürchtig aufgesagt, irgendwann im Alltag dann bagatellisiert.

Vorab: nun folgt nicht das Wort zum Sonntag.

Und doch bringt mich dieser Satz in den letzten Wochen oft zum Nachdenken. In Zeiten in denen wir von Flüchtlingen lesen, die alles hinter sich lassen um irgendwo ein besseres Leben zu beginnen. Die eben auch ihr tägliches Brot haben möchten und eine Chance zum Leben. Ja, da bekommt das Brot das wir täglich essen und so mühelos beim Bäcker einkaufen oder selbst backen, eine andere Bedeutung. Viele Menschen haben es eben nicht: das tägliche Brot.

Als ich am Überlegen war, welches Thema diese Kolumne im April haben soll, war ich eigentlich auf ein ganz anderes Motto gekommen (das kommt dann bald). Doch manch einer weiß ja vielleicht, dass in den Backstuben der Backschwestern ganz tolle Brote oder genauer Brotbackmischungen entstehen. Mittlerweile bin ich selbst ein großer Fan von den Backmischungen und habe mich schon fleißig durch die unterschiedlichen Brotsorten getestet. Und als ich gestern Abend wieder ein frisches Brot aus dem Ofen genommen habe – das Haus erfüllt von diesem typischen Frisches-Brot-Duft – da habe ich kurzerhand beschlossen, dass ich euch im April einmal die herrlichen Brotbackmischungen der Backschwestern näher bringen möchte.

Brotzeit

 

Aber da das ja für eine Kolumne reichlich wenig an Selbstgemachtem wäre (lies die Anleitung der Backmischung durch, halte dich daran und fertig), dachte ich mir, ich verrate euch zudem drei meiner liebsten Brotaufstriche, die sich auch wunderbar für die nahende oder auch schon eingeläutete Grillsaison eignen.

Die Backschwestern und ich stammen ja aus dem Saarland und im Erbgut eines jeden Saarländers (oder doch zumindest der meisten) scheint sich ein „Schwenker“-Gen zu befinden.

Schwenken (ausgesprochen: schwengge): ist wohl der heimliche Nationalsport von uns Saarländern. Ihr kennt diesen Vorgang allgemein als „Grillen“. Deutschland grillt, das Saarland schwenkt und zwar kein Grillsteak sondern (ihr ahnt es vielleicht schon) Schwenker.

Auch ich liebe diese Tradition und damit es während der Schwenksaison nicht allzu eintönig wird, habe ich jede Menge Rezepte für Beilagen, Salate, Dipps und eben auch Buttervarianten. Und drei davon gibt es nun für euch.

Die Mengenangaben gelten immer für 250 g Butter. Was die Zutatenmengen angeht: da könnt ihr ganz nach eurem Geschmack variieren und verfeinern. Und wer mag, der backt sich ein feines Brot aus einer der Backschwestern-Brotbackmischungen. Ich hab euch zu jeder Butter die passende Brotbackmischung ausgesucht.

WalnussbutterWalnussbutter

 

  • 250 g weiche Butter
  • 50-70 g grob gehackte Walnüsse
  • ½ TL Meersalz
  • 1 TL Sesamkörner
  • 1 kleine Knoblauchzehe (zerdrückt)

 

Schlagt die Butter schaumig auf und gebt dann die Zutaten dazu. Einmal kräftig verrühren und im Kühlschrank vollständig erkalten lassen.

Empfehlung: Zur Walnussbutter passt ein kräftiges altdeutsches Mühlenbrot.

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BärlauchbutterBärlauchbutterblumen

  • 250 g weiche Butter
  • 1 Strauß Bärlauchblätter
  • ½ TL Meersalz oder Kräutersalz
  • Etwas Pfeffer

 

Nehmt einen kleinen Strauß Bärlauch, wascht ihn kurz ab und hackt ihn sehr fein. Schlagt die Butter schaumig auf und gebt die Gewürze hinzu. Noch einmal kräftig aufschlagen und im Kühlschrank erkalten lassen.

Tipp: Füllt die Butter in Silikonformen (z. B. für Blüten) und serviert sie in schönen Formen.

Beim Einfüllen die Form mehrmals kräftig auf die Arbeitsfläche hauen, damit Luftblasen entweichen und die Butter nachher keine unschönen Lufteinschlüsse aufweist.

Empfehlung: Zum würzigen Bärlauchgeschmack passt ein Gewürzbrot sehr gut. Wie z.B. das Römerbrot der Backschwestern.

 

TomatenbutterherzenTomatenbutterherzen

  • 250 g weiche Butter
  • 2-3 EL Tomatenmark
  • ½ TL Senf
  • 1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
  • Ein Spritzer Zitronensaft
  • Eine Handvoll Gartenkräuter (z. B. Salbei, Thymian, Rosmarin)
  • ½ TL Meersalz

 

Auch hier schlagt ihr die Butter schaumig auf. Die Gartenkräuter werden vorsichtig gewaschen und trocken getupft und fein gehackt.

Alle Zutaten mit der Butter aufschlagen und im Kühlschrank kalt werden lassen.

Tipp: Auch hier kann man optisch verschönern indem man die Butter in Formen (z. B. Herzen) streicht.

Emfehlung: Diese Butter schmeckt ganz hervorragend auf Ciabatta. Und klar haben die Backschwestern auch dafür die richtige Mischung. 

Und schöne Silikonbackformen mit tollen Motiven findet ihr auch bei den Backschwestern.

 

Wie wäre es mal mit Blumen als Deko:

Noch eine weitere Variante zum Anrichten: gerade wachsen die ersten Frühlingsblüher und bringen die ersten Farbtupfer in die Natur. Gänseblümchen kann man auch auf Dipps anrichten oder auf dem Brot mitessen, auch andere Blüten eignen sich nicht nur zur Deko: kleine Veilchen oder Phlox zum Beispiel. Ich pflücke auch gerne Blüten und friere sie aufgefüllt mit Wasser in Eiswürfelbehältern ein und habe dann einen schönen und natürlichen Blickfang in kühlen Getränken.

Und vielleicht bereichert ja ein selbstgebacktes Backschwesternbrot oder eine meiner Butterideen eure nächste Grilltafel.

Süße Grüße und einen guten Start in die Grill- oder auch Schwenkersaison mit leckeren Dipps und dem täglichen Brot!

 

Christine

2017-05-21T00:21:19+00:0026.04.2015|Allgemeines, BlognachbarInnen, Brot & Brötchen, Kolumne|

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2 Comments

  1. Volker 26. April 2015 um 18:49 Uhr - Antworten

    Das erinnert mich an eine Geschichte aus der Jugend meiner Mutter. Es muß Anfang der 1940er Jahre gewesen sein und meine Mutter war mit einer Freundin unterwegs nach Hause. Es war schon dunkel und die beiden Teenager mußten durch ein etwas unheimliches Waldstück laufen. Da fingen sie an, das Vater Unser zu beten. Und an der Stelle ‚Unser tägliches Brot gib uns heute‘ sagte die Freundin: „Und Sonntags ein Weckchen!“ (Weißbrot). Da mußten sie beide dermaßen lachen, daß der Rest des Weges kein Problem mehr war 🙂

    • Andrea Juchem 27. April 2015 um 11:33 Uhr - Antworten

      Danke für diese tolle Geschichte. Hab wirklich geschmunzelt. Man muss auch Gebete nicht bierernst nehmen. Der liebe Gott hat sicher mehr Humor als sein Bodenpersonal

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