Ingwer in der Vorweihnachtszeit – Vielseitige Knolle

Dezember 1, 2011 in Allgemeines, Rohstoffe & Zutaten

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Foto: aid

In der Weihnachtsbäckerei darf Ingwer nicht fehlen. Die fruchtig-scharfe Knolle verfeinert Plätzchen, Lebkuchen oder Spekulatius und sorgt mit ihrem Duft für vorweihnachtliche Stimmung. Auch in Sirup eingelegte Ingwerstücke, sogenannte Ingwerpflaumen, sind eine beliebte Leckerei. Ein Adventsklassiker ist saftiges Früchtebrot mit Feigen, Datteln, Rosinen, gehackten Mandeln und frischem Ingwer. Das würzige Aroma der Knolle harmoniert aber auch zu pikanten Speisen wie einer Möhren-Birnen-Suppe oder einem weihnachtlichen Sauerbraten mit Rosinen. Ingwer ist eine schilfartige Pflanze, die überwiegend in Indien und China angebaut wird. Als Speicherorgan werden unter der Erde Knollen (Rhizome) gebildet. Sie sehen zwar aus wie Wurzeln, sind aber verdickte Sprossachsen – also die Verbindungen zwischen Wurzel und Blättern – und dienen der Pflanze zur Speicherung von Nährstoffen. Ingwer regt den Appetit an und fördert die Verdauung. In der kalten Jahreszeit wärmt die exotische Knolle von innen und soll Erkältungen vorbeugen. Für heißen Ingwertee wird ein daumengroßes Stück Knolle geschält, in dünne Scheiben geschnitten und mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Nach 10 bis 15 Minuten kann man das Getränk mit etwas Honig und Zitronensaft abschmecken und genießen. Achten Sie beim Einkauf auf qualitativ hochwertige Knollen, die an einer festen, glatten und glänzenden Haut zu erkennen sind. Zum Backen ist gemahlener Ingwer am besten geeignet.

Heike Kreutz, www.aid.de

„Kekse, Kanehl & Koriander!“

November 7, 2011 in Allgemeines

Kekse, Kanehl und Koriander

Ist es wirklich schon wieder soweit?

Vom 1. November bis zum 31. Dezember 2011 dreht sich im Gewürzmuseum in Hamburg alles um:

„Kekse, Kanehl & Koriander!“

Wir geben würzige Tipps aus der Weihnachtsbäckerei.

Übrigens: das Wort „Plätzchen“ kommt tatsächlich von „Platz“.

Seit dem 15. Jahrhundert steht das Wort nicht nur für „breite öffentliche Straße“, sondern auch für „flach geformter Kuchen“.

Als Zucker und Gewürze noch fast so wertvoll waren wie Gold und Edelsteine, gab es Plätzchen nur in der Weihnachtszeit. Obwohl beides seit Mitte des 19.Jahrhunderts für „Jedermann“ erschwinglich ist, gelten „Plätzchen“ auch heute noch als etwas ganz Besonderes und werden gerne zu Weihnachten gebacken und verschenkt.

Am 12.11.2011 und am 26.11.2011 zieht dann wieder der einmalig köstliche Duft von Zimtsternen und anderen Spezereien durch die Speicherstadt, wenn der Hamburger Keksbäcker Jürgen Tandetzki im Museum backt und unsere Besucher in so manches Backgeheimnis einweiht. Natürlich darf auch probiert werden!

Am 03.12.2011 und am 10.12.2011 weiht Adolf Andersen, einer der 10 besten Konditoren Europas, die Gäste des Gewürzmuseums in die Herstellung feinster Weihnachtsschokoladen ein. Probieren ausdrücklich erwünscht!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Spicy’s Gewürzmuseum GmbH
Am Sandtorkai 32
20457 Hamburg

Telefon: 040/367989

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10.00 h bis 17.00 h
(Von Juli bis Oktober auch montags geöffnet).

Eintritt Erwachsene € 3,50 inkl. 1 Tüte Pfeffer
Kinder bis 11 Jahre € 1,50 inkl. 1 Tüte Gummibärchen

http://www.spicys.de/

Hirschhornsalz und Pottasche in der Weihnachtsbäckerei

November 19, 2010 in Allgemeines, Kuchen & Torten

© matka_Wariatka - Fotolia.com

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Wer liebt es nicht, wenn der wohlige Duft selbstgebackener Lebkuchen zu Hause durch alle Räume wabert? Doch bis es dazu kommen kann, muss einiger Aufwand betrieben werden. Damit Lebkuchen schmecken und die richtige Konsistenz haben, benötigt man nicht nur die richtigen Gewürze, sondern auch die passenden Backtriebmittel – und das ist für dieses ganz besondere Gebäck weder Hefe noch herkömmliches Backpulver.

 

Die meisten Rezepte für Weihnachtsbäckerei schreiben die Verwendung von Pottasche und Hirschhornsalz vor. Die seltsam klingenden Namen der beiden Stoffe deuten darauf hin, woraus sie in der Vergangenheit gewonnen wurden. Pottasche (chemisch: Kaliumcarbonat) entstand früher, indem man in Töpfen (“Pötten”) Holzasche auslaugte, um sie anschließend einzudampfen. Hirschhornsalz (chemisch: Ammoniumhydrogencarbonat) wurde tatsächlich aus dem Geweih von Hirschen gewonnen. Heute werden beide Stoffe in chemischen Prozessen gewonnen.

Beide Backtriebmittel eignen sich besonders gut für Kleingebäck. Bei Hirschhornsalz ist darüber hinaus zu beachten, dass es für größere Backwaren wie Kuchen nicht nur ungeeignet ist, sondern sogar gesundheitliche Beschwerden hervorrufen kann. Durch das Erhitzen von Hirschhornsalz entstehen Gase, unter anderem das giftige, stechend riechende Ammoniak. In Plätzchen und Lebkuchen kann es gut verfliegen und zurück bleibt ein optimal gelockertes, lange haltbares Backwerk. In Kuchen könnten aber Rückstände von Ammoniak verbleiben. Das Pulver sollte daher den Keksen und Lebkuchen vorbehalten bleiben.

Auch Pottasche bildet durch trockene Hitze Gas, nämlich Kohlendioxid. Während dieses nach außen drängt, entsteht im Backvorgang zugleich Kalilauge, die die natürliche Klebkraft des Weizenmehls beeinträchtigt, so dass der Teig relativ ungehindert auseinanderlaufen kann. Das Resultat sind breite, flache Poren. Die Kombination mit Hirschhornsalz, das das Gebäck wiederum in die Höhe treibt, ist daher ideal: So werden die Lebkuchen rundum schön locker.

Tipp für die Praxis:
Beide Triebmittel niemals gleichzeitig, sondern immer nacheinander in den Teig einarbeiten. Andernfalls könnte sich die Wirkung gegenseitig beeinträchtigen. Auch kann der Teig vor dem Backen einige Zeit stehen. Bei vielen Lebkuchenteigen spricht man von “Lagerteigen”, denn Pottasche und Hirschhornsalz entwickeln durch längere Lagerung verstärkt Milch- und Essigsäure, die das Auftreiben des Teiges bewirken.

Text: aid

Anis und Sternanis stimmen auf Weihnachten ein!

Oktober 28, 2010 in Allgemeines, Backen rund um den Globus, Kuchen & Torten

Seelenverwandte aus Fernost und Mittelmeerraum

© Reena - Fotolia.de

© Reena – Fotolia.de

Vollmundig legt sich die zuckersüße Klebrigkeit schmelzenden Baisers auf die Zunge, durchdrungen von einer ganz bestimmten, feinen, würzig-frischen Note – und gerade dieser kontrastierende Geschmack macht das Gebäck so interessant. Dafür verantwortlich ist Anis, der den Anisplätzchen aus Eischnee ihren Namen verleiht und zur Weihnachtsbäckerei einfach dazugehört!

Seit der Antike wird Anis in Europa genutzt. Pimpinella anisum l., so der lateinische Name, ist eine einjährige Doldenpflanze von etwa 50 bis 60 Zentimetern Höhe, die auch im heimischen Kräutergarten kultiviert werden kann. Aus ihren kleinen, weißen Blüten bilden sich die etwa zwei Millimeter großen Aniskörper, die zur Verfeinerung vieler Gerichte und Backwaren verwendet werden. Der heute weltweite Anbau hat seine Wurzeln im Mittelmeerraum, wo der Anis ursprünglich zu Hause war. Spanien und Italien behaupten sich als anbaustärkste Länder.

Ganz anderer Abstammung ist der Sternanis (lateinisch: Illicium Verum Hook, Fil.), in Deutschland erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts genutzt. Er ist die Frucht eines immergrünen Baumes aus Südchina, der sechs bis zehn Meter hoch werden kann. Sein Anbau beschränkt sich auf Plantagen in Südostasien. Die Ernte findet bis zu dreimal im Jahr statt.

Optisch sind die beiden Gewürze völlig verschieden. Die winzigen Doppelspaltfrüchte des Anis haben eine dunkle Farbe irgendwo zwischen Braun, Grau und Grün und eine matte Oberfläche. Ungleich attraktiver ist der Sternanis, der nicht nur in der Weihnachtszeit auch gerne als Fotomotiv genutzt wird. Er hat in der Regel acht halb geöffnete kleine Taschen, „Balgfruchtkapseln”, die strahlenförmig auseinander laufen. Jede von ihnen offenbart ein glattes, glänzendes, rotbraunes Samenkorn.

In der Küche können die beiden Gewürze miteinander ausgetauscht werden, wenn auch Sternanis ein wenig voller und schwerer schmeckt als Anis. Sie sind botanisch gesehen nicht verwandt, dennoch ist beiden fast der gleiche, eindringliche Geschmack eigen. Das liegt daran, dass beide das ätherische Öl Anethol enthalten. Seine Note kann ganz unterschiedliche Lebensmittel abrunden. Lebkuchen, Pfeffernüsse, Printen, Honigkuchen und Anisplätzchen sind typische Beispiele dafür, dass Anis und Sternanis in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur haben. Aber auch einige herzhafte Gerichte lassen sich mit Anis hervorragend abschmecken, etwa Kochfisch, Gurkensalat und Rotkraut.

Für Gebäck gilt: Es sollte vor dem Verzehr zumindest eine Woche lagern, da sich dann erst der Geschmack voll entfaltet. Stillende Mütter dürfen sich übrigens eine Extra-Portion genehmigen, denn Anethol kurbelt die Milchbildung an.

Text: aid