Ostercupcakes Kulitsch

Nur noch wenige Tage, dann feiern wir Ostern. Und Ostern heißt ja, bzw. hieß ja früher: fasten. OK, ganz früher hieß es das ja auch vor Weihnachten, aber das ist im Laufe der Jahrhunderte wirklich verloren gegangen. Bei Ostern habe ich wirklich das Gefühl, das richtig große Backen findet wirklich für den Ostersonntag statt. Davor werden vielleicht Rezepte ausgesucht und das ein oder andere auch Probe gebacken. Aber so richtig aufgefahren wird am Ostermorgen bzw. zum Nachmittagskaffee. Sehr ihr das auch so, oder ganz anders? Würde mich sehr freuen, wenn ihr uns in den Kommentaren erzählt, wie das bei euch so aussieht.

Zu Ostern faszinieren mich ganz alte, traditionelle Osterkuchen aus aller Herren Länder. Im letzten Jahr habe ich euch die Colomba aus Italien vorgestellt. In diesem Jahr möchte ich euch ein russisches Rezept vorstellen: den Kultisch. Und so wie die Colomba das christliche Symbol der Taube in Teig darstellt, so hat auch die Form des Kulitsch eine besondere Bedeutung: er soll den Berg Golgatha darstellen.

Natürlich gibt es zu dieser russischen Spezialität unzählige Rezepte im Internet. Und bis ich meins stehen hatte, habe ich etliches ausprobiert bis ich mein ganz eigenes und dennoch typisches kreiert hatte, denn ein paar Sachen haben alle gemeinsam:

  • der Kulitsch wird in hohen Gefässen gebacken, gerne in Konservendosen verschiedener Größen, in früheren Zeiten sogar in Eimern. Ich hab dann doch lieber auf eine moderne Backform zurückgegriffen, die höher ist als breit.
  • es wandern unglaubliche Mengen an Eiern hinein. In dem von mir bevorzugten Rezept sogar nur Eigelb (wenn ihr nicht wisst wohin mit dem überschüssigen Eiweiß, backt einfach einen Angel Food Cake oder schlagt hier nach: Resteverwertung Eigelb und Eiweiß.
  • er wird mit viele Gewürze verfeinert, viele davon muten uns eher weihnachtlich an, aber sie passen sehr gut.
  • er wird mit vielen bunten Zuckerstreuseln auf der weißen Eischneehaube fröhlich verziert.

Es wird auch nicht wie bei anderen Gebäcken ein großer Kuchen gebacken, sondern mehrere, die dann an Familie und Freunde verschenkt werden.

Was der Kulitsch mit der Colomba vom letzten Jahr gemeinsam hat: auch hier braucht ihr sehr viel Zeit, nicht unbedingt an Arbeit die ihr hineinsteckt, sondern an Ruhezeiten. Mein Rezept ist da sogar noch moderat.

Das Resultat überzeugt. Er ist es auf alle Fälle wert, nachgebacken zu werden.

russische Spezialität Ostergebäck